Betrachterwerkzeuge sind geistige Werkzeuge I Um sie sichtbar zu machen, werden die Erscheinungsformen von traditionellen Werkzeugen verwendet I Die malerisch grafische Verfremdung verweist auf ihre gedankliche Grundstruktur I Die zum Teil als Beipacktexte hinzugefügten Mikroliteraturen zeigen eine Sinnstruktur ihres Gebrauches auf I
 
Betrachterwerkzeuge sind direkte Instrumente, um im eigenen Gehirn tätig zu werden I Das Umgraben auf den weiten Feldern unserer Hirnhäute, das Kompostieren – das bewusste Kompostieren – von bereits Erfahrenem wird durch diese Werkzeuge erleichtert I
 
Alles Denken ist ein zauberhafter Vorgang in der dicken Rinde des Grosshirns: materielle Partikel arbeiten zusammen, um Immaterielles zu produzieren I Die Bewusstwerdung dieser magischen Dimension wird von den Betrachterwerkzeugen befördert und unterstützt I

Werkzeugkoffer

 

Bei diesen Objekten handelt es sich um ein kompaktes, transportables Museum I

 
Es ist quasi ein begehbarer Betrachterraum, ein Denkraum, ein Gehirn mit vielen Schubladen I In diesen Schubladen sind Forschungsergebnisse aus wahrnehmungstheoretischen Untersuchungen sowie Bilder, Pläne und Betrachterwerkzeuge aufbewahrt I Durch künstlerische Bearbeitung sichtbar gemacht, basieren die Untersuchungen auf neurobiologischen und philosophischen Erkenntnissen I
 
Aufruf an den Betrachter: Öffnen Sie ihn, falten Sie ihn auf und benutzen Sie ihn!
 
Bereits beim Öffnen wird der Horizont durch das Herausklappen der Seitenwände erweitert I
 
Die im Koffer wohnhafte Betrachterfigur ist ein ständiger Begleiter I
 
Im Sinne einer „konstruktiven Ästhetik“ ist der Werkzeugkoffer die Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft I

Gehirnatlanten

 

In der Vergangenheit wurden immer wieder Versuche gemacht, grafische Darstellungen von Gehirnaktivitäten anzufertigen I Je nach Stand des Wissens um anatomische Wirklichkeiten und ideologischer Ausrichtung sind mehr oder weniger konstruktive Karten des Gehirns entstanden I In ihrer Darstellungsweise orientierten sich diese Karten oder Atlanten meist an Landkarten oder Globen I Sie bildeten fast ausschliesslich Oberflächen von vorgestellten oder spekulierten Aktionsbereichen des Gehirns ab I
Die Gehirnatlanten zeigen keine biologistischen Behauptungen, sondern schaffen emotionale Räume, die mit Impulsen für konstruktive Gedankengänge verbunden sind I Farbflächen – mit Schriftflächen und Textfragmenten verknüpft – kann im Sinne von Marcel Duchamp als Malerei auf Hirnhäuten verstanden werden I

Morgenland Tür

Hinter den Grenzen der Habgier und der Konkurrenz liegt das Morgenland – eine Region noch vor der Utopie I Es ist eine denkbare Wirklichkeit I
 
Man kann sie durch die Türen der Sensibilität, des Wissens, des mutigen Tuns und des Miteinanders betreten I
 
Aussen schwarz grundiert sind sie mit Begriffen in weisser Schrift versehen I Die Begriffe korrespondieren mit den Begrifflichkeiten auf den Innenseiten der Türen I Die Begriffe fungieren als Schlüssel, mit denen die jeweilige Tür zu öffnen ist I Dadurch gelangt man in den Innenraum, der die Schatten der Bewohner des Vaduzer Hofes zeigt I Ist die Welt aussen dunkel und etwas verschlossen, so ist im Innern eine helle, freundliche Welt zu finden I
 
Diese Objekte sind Teil des Projektes Intellegent Democracy I Demokratie braucht intelligente Mitglieder I Wenn sich die Mitglieder der Intelligenz verschliessen, kann aus der Demokratie leicht eine Demokratur werden I Daher ist es wichtig, die Schlüssel im Kopf aufzubewahren I Denn mit diesen Schlüsseln kann die Demokratie wieder erschlossen werden I
 
Ständig und jeden Tag aufs Neue I