Betrachter & Köpfe

 

Inspiriert durch die Ideen unter anderem von Joseph Beuys und Mario Merz fing alles während eines Aufenthaltes in der Toskana an I Stöcke wurden an Steinen befestigt und auf diese Stöcke wiederum Texte und Zeichnungen gebunden I Es entstanden Wegmarken bzw.  Landmarken I Es waren die ersten Betrachterfiguren I
 
In einer weiteren Entwicklung kamen Köpfe auf diese rudimentären Figuren I Die Köpfe haben keine Augen, damit sie in alle Richtungen schauen können I Sie haben auch keinen Mund, da sie nicht sprechen I Es sind stumme Betrachter, die alles mit den Augen wahrnehmen und doch eine Botschaft haben I

Demograzia

Die Demograzia ist die begleitende Leitfigur, die Schutzheilige, der Demokratie I Die Gestalt und der Name der Figur erinnern daran, dass wir als Individuen immer in Abhängigkeit einer menschlichen Umgebung leben, die uns in allen möglichen Situationen am Leben erhält I
 
Die Figur der Demograzia ist eine Weiterentwicklung der ursprünglichen Fatschenpuppe aus Südtirol, ein Kinderspielzeug, das in unterschiedlichen Grössen aus Holz hergestellt wurde I Die Demograzia ist grösser, um ihr das entsprechende Gewicht und die Bedeutung zu geben I Die Bemalung auf der Vorderseite rührt von der traditionellen Fassung des bäuerlichen Kinderspielzeugs I Im weiteren Verlauf wird die Oberfläche zu einer grauen Schreibbasis, auf der die eigenen Gedanken respektive neue kulturelle Wirklichkeiten festgehalten werden können I
 
Der Kopf ist geöffnet und eine Maske eingesetzt I Als Schutzmantel dient ein grobes Leinen, das auf die einfache Bevölkerung verweisen soll I
 
Grazia leitet sich von Dank ab I Demos ist das einfache Volk I Das Volk ist ein gemeinsamer Organismus, der nur überleben kann, wenn alle zusammen ein Ganzes schaffen und alle zusammen am Leben des Einzelnen teilhaben I
 
Demnach ist Demokratie nicht etwas, was als einmal erfunden existiert und als Selbstläufer funktioniert I Sie ist vielmehr abhängig von jedem Einzelnen, indem er versucht, sie jeden Tag neu am Leben zu erhalten und sie weiterzutragen I

Frei gehängte Fläche

 

Die frei gehängten Flächen nehmen Linien und Farben auf von Oberflächen I Wie Häute hängen sie abgezogen vor einer Wand I Es sind Gedankenhäute, die sich vor wahrzunehmende Gegebenheiten stellen I Frei hängende Flächen entwickeln eigene Räume und eröffnen Zwischenräume und Nischen für das persönliche Denken des Betrachters I